Jung, dynamisch, international sind die Beschreibungen, die einem sofort in den Kopf schießen, wenn man das FabLab in Berlin betritt. Oder einfach gesagt: Typisch Berlin. Doch das wäre schlicht falsch, denn sowie vieles, was gerade als typisch Berlin gilt, ist auch das FabLab mit drei Jahren sehr jung und damit sogar jünger als viele der anderen FabLabs, die sich in Deutschland in nahezu jeder Großstadt seit wenigen Jahren finden lassen. Und die meisten haben irgendwas mit 3D-Druck und Laser zu tun. Aber für wen und was machen die eigentlich?

„Der Fokus der FabLabs liegt im bildenden und aufklärenden Charakter“, erklärt Wolf Jeschonnek, Gründer und Geschäftsführer des Berliner FabLabs. „Ich informierte mich über FabLabs und hatte selbst einen Bedarf nach solch einem Ort, wo ich meinen Projekten nachgehen kann. Mit der Idee eines zu gründen, flog ich in die USA und sammelte dort Eindrücke von bestehenden FabLabs. […]Die ersten FabLabs wurden in den USA ungefähr 2003 gegründet. In Deutschland kamen FabLabs erst 2008 an. Das sind 5 Jahre Vorsprung und die drücken sich in der Organisation und Struktur der FabLabs aus. […] Ich denke, dass das ganze Ökosystem für Innovationskultur dort fortgeschrittener ist. Alles rund um das Thema Maker Faire ist deutlich ausgeprägter. Jemand von Maker Faire war sogar im Weißen Haus und präsentierte 3D-Druck, sodass die Thematik politisch aufgegriffen wurde. In Deutschland sind wir davon noch einige Jahre entfernt.“

3D Drucker i3 Berlin

3D Drucker i3 Berlin

Und es stimmt: Vor allem geht es um die Bereitstellung von modernen Maschinen und Materialien, die auf lange Sicht zu den Basics technologisch fortgeschrittener Gesellschaften gehören werden. Und das wird, wie häufig, schneller passieren, als man denkt. Dementsprechend lockt das FabLab vor allem Menschen aus der IT und dem MINT-Bereich an. Aber nicht nur: „Obwohl zu uns aus anderen  Bereichen wenige Leute kommen, z.B. dürften es bei den Künstlern nicht mehr als zehn Prozent sein, halte ich es aktuell für vielfältig genug. Weil es sehr offen gestaltet und nicht an eine Universität gekoppelt ist, kommen alle interessierten Leute her und viel breiter können wir das Publikum nicht bedienen. Auch über alle Altersklassen hinweg haben wir Andrang. Von der fachlichen Tiefe wird es von Profis getragen, die von einfachen bis komplexen Fragestellungen unterstützen. Wir teilen unser Wissen, weil es die Idee hinter diesem Ort ist“, erzählt Wolf. „Wir möchten als Schnittstelle zwischen den Menschen, die Technologie erfinden und denen, die sie nutzen, verstanden werden. Der Unterschied liegt darin, ob man gewöhnlicher Nutzer der Technologie ist oder kreativ wird und auch hinter die Benutzeroberfläche schaut. Das wichtige Ziel ist es Technologie in seinen Grundlagen transparenter zu gestalten. Genau dafür sind solche Orte gedacht.“

Genau hier liegt das große Potenzial von vitalen FabLabs: Das zufällige Aufeinandertreffen von Menschen unterschiedlichen Backgrounds, unterschiedlichen Alters, unterschiedlichen Interessen und unterschiedlichen Kompetenzen. Ein Faktor, der von unternehmenseigenen Inkubatoren ignoriert, oder auf synthetische Weise versucht wird zu etablieren. „Diese gehen deutlich zielgerichteter und pragmatischer vor, sodass das Innovationspotenzial ein anderes ist als bei uns. Wenn man nur beginnt in der Nische zu suchen, dann sind die Lösungen dementsprechend oftmals nicht weitreichend im Gegensatz zu uns, die sehr breit aufgestellt sind“, meint Wolf dazu. Doch er selbst weiß: Der Beweis für die durchschlagende Innovationsfähigkeit seines FabLabs muss erst noch erbracht werden. Bis jetzt kann man ihm jedoch noch keinen Vorwurf machen. Es sind erst drei Jahre seit der Gründung vergangen. Drei Jahre, in denen Wolf und sein Team bereits die Fühler in Richtung einer kollaborativen und kreativen Zukunft strecken, die für viele andere noch weit entfernt liegt.

Lesen Sie das vollständige Interview.

Blog-Beitrag: Benjamin Stromberg
Bildquelle: FabLab Berlin

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