Kennengelernt haben wir Paul-Henri Campbell auf Empfehlung des mit ihm befreundeten Leipziger Malers Aris Kalaizis. Campbell ist Autor. Er schreibt in englischer und deutscher Sprache. In seinen Texten – neben Essays und Prosa vor allem Lyrik – befasst er sich mit den Mythen des Alltags. Zu seinen lyrischen Themen gehören zum Beispiel der Firebird Trans Am, der New Yorker A-Train, der Flugzeugträger USS Kitty Hawk oder die Concorde. Unser Gespräch führten wir an einem herbstlich kühlen, aber sonnigen Nachmittag in einem Frankfurter Café ganz in der Nähe des Literaturhauses.

Wir sprachen mit ihm u.a. darüber, wie er zur Literatur kam und was sie für ihn ausmacht…

„Die Literatur hat ein Alleinstellungsmerkmal unter den Künsten. Sie hat etwas, das die anderen Künste nicht haben. Sie hält die Zeit an bzw. die Zeit derer, die die Kunst konsumieren und gibt sie zu ihren Bedingungen her. Literatur schenkt die Grunderfahrung der Autonomie und der Intimität.“

…wie Ideen entstehen…

„Der Einfall ist letztendlich nicht beherrsch- oder kontrollierbar, er kommt einfach. Bei mir besonders dann, wenn ich recherchiere. Die Recherche ist für mich eine Art Meditation.“

…und was Menschen an der Poesie gewinnen können…

„In der Literatur und im Besonderen von der Poesie können Menschen erfahren, ohne Fremdbeanspruchung oder drastische äußere Reize zu sich selbst zu finden. Allein mit Fantasie ist es möglich, eine Innenwelt zu schaffen, die eigentlich nur aus Wörtern auf einem Blatt Papier besteht. Wenn man sich mit Literatur beschäftigt, beschäftigt man sich vor allem mit Menschlichkeit. Es geht um die Entdeckung der eigenen Persönlichkeit und der Vielheit der Persönlichkeiten durch das Versinken in Literatur. Literatur trainiert Empathie, denn sie erfordert Perspektivwechsel. Außerdem schult Literatur die Wahrnehmung und die Präzision des Ausdrucks, aber das ist ein Nebeneffekt. Im Wesentlichen übt Literatur unsere Empathiefähigkeit. Und man merkt es auch, Menschen, die nicht lesen, die keine Literatur lesen, sind meistens hoffnungslos selbstbezogen.“

Lesen Sie das vollständige Interview mit Paul-Henri Campbell (PDF).

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