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Rückblick: “Wir brauchen jetzt nur noch ein kleines Medium: Das ist der Mut” – Creative Company in MünchenThomas Köplin und Dirk Dobiéy

Rückblick: “Wir brauchen jetzt nur noch ein kleines Medium: Das ist der Mut” – Creative Company in München

Das Publikum begegnete uns in München in einer auffälligen Vielfalt – so besuchten uns viele Unternehmer und Manager, einige Künstler und auch Wissenschaftler zu unserem Salongespräch am 16. Mai 2019. Dieses Mal waren wir zu Gast bei Ernst & Young. Die Diversität des Publikums spiegelte sich auch in den Fragen und Beiträgen der Diskussion wieder. Die Themen reichten von den Herausforderungen des Künstlers bis zu denen von Organisationen.

Dass eine solche Diversität uns erst einmal ungewohnt – und deshalb manchmal sogar unangenehm – erscheint, beschrieb unser Gast Prof. Dr. Bernhart Schwenk, der die Sammlung Gegenwartskunst an der Pinakothek der Moderne in München leitet und daneben moderne und zeitgenössische Kunstgeschichte an verschiedenen Hochschulen lehrt und zahlreiche Beiträge zur Kunst des 20. und 21. Jh. publiziert. “Ich glaube die weiße Leinwand ist für uns alle vielleicht gar nicht so das Schlimme. Sondern wenn die Leinwand rauskommt und sich mit uns verbindet und wir plötzlich in einem Raum zusammen sein müssen.” Gedanklich verknüpfte er damit die weiße Leinwand als “Raum der Möglichkeiten” mit der besonderen Herausforderung diesen Raum mit anderen gemeinsam zu betreten und die weiße Leinwand gemeinsam zu gestalten.

Dazu fehlt uns bisweilen etwas Entscheidendes, befand unser zweiter Gast Ralf Kirberg: “Wir brauchen jetzt nur noch ein kleines Medium. Das ist der Mut.” Kirberg weiß wovon er spricht. Er selbst wollte einen Cut nach der erwerbsberuflichen Karriere als CEO eines Finanzdienstleistungs-Unternehmens. Dort hat er seit Jahrzehnten die Befruchtung unternehmerischen Handelns aus der Einbeziehung von Kunst praktiziert. Vor rund 15 Jahren gründete er mit einigen Bildhauern und -Liebhabern den gemeinnützigen Verein sculpture network e.V., dessen Chairman er ist. “Dieser Mut zur Veränderung. Das ist wirklich sehr sehr schwierig. Wir haben alle ein Problem, dass wir in unserer Erziehung zu sehr zu deduktivem Denken erzogen worden sind. […] Und die eingefahrene Denkstruktur zu verlassen  – also non-linear zu denken, Fantasie Einfluss nehmen zu lassen: Dazu den Mut zu haben, das ist ein schwieriger Prozess.”

Dass es einen solchen Mut immer mehr erfordern wird, zeigte sich im Kontext der Diskussion immer klarer, die durch unsere Gastgeberin Silvia Hernandez geleitet wurde. Sie wirkte mit ihrer angenehmen Art verbindend und machte mit ihren Fragen an das Publikum gleichzeitig Kontraste sichtbar. Trotz aller Unterschiede zeigte sich letztlich eine Einigkeit in dem Gedanken, dass nicht nur im Individuum die Chance auf Innovation und der Bewältigung unserer größten Probleme liegt, sondern in der Verbindung zwischen den Individuen. In gewisser Weise zeigte sich dies auch am deutlichsten durch die Vielfalt der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.


Silvia Hernandez, Prof. Dr. Bernhart Schwenk, Dirk Dobiéy, Ralf Kirberg und Thomas Köplin

 


Silvia Hernandez, Prof. Dr. Bernhart Schwenk, Dirk Dobiéy, Ralf Kirberg und Thomas Köplin

 


Silvia Hernandez und Prof. Dr. Bernhart Schwenk

 


Dirk Dobiéy und Ralf Kirberg

 


Silvia Hernandez und Prof. Dr. Bernhart Schwenk

 


Silvia Hernandez, Prof. Dr. Bernhart Schwenk und Dirk Dobiéy

 


Silvia Hernandez, Prof. Dr. Bernhart Schwenk, Dirk Dobiéy, Ralf Kirberg und Thomas Köplin

 


Thomas Köplin und Dirk Dobiéy – “Ein gemeinsames Abenteuer wagen”

 


Silvia Hernandez bei der Moderation

 

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Die Freiheit nach den Sternen zu greifen: Interview mit Timo Meynhardt über Gemeinwohl in Wirtschaft und GesellschaftTimo Meynhardt

Die Freiheit nach den Sternen zu greifen: Interview mit Timo Meynhardt über Gemeinwohl in Wirtschaft und Gesellschaft

Wird über Gemeinwohl gesprochen, assoziieren die wenigsten damit seine wirtschaftliche Relevanz. Nicht so der deutsche Psychologe und Betriebswirtschaftler Timo Meynhardt. Nach zahlreichen akademischen Zwischenstationen und einer beruflichen Karriere in der Beratung, forscht und arbeitet er mit Fokus auf Gemeinwohl und seine Bedeutung für unser Verständnis von Wirtschaft. Timo Meynhardt ist Managing Director des Center for Leadership and Values in Society an der Universität St. Gallen. Seit Oktober 2015 ist Timo Meynhardt außerdem Inhaber des Arend Oetker-Lehrstuhls für Wirtschaftspsychologie und Führung an der Graduate School of Management der privaten Handelshochschule Leipzig. Dabei ist Meynhardt die ideologische Enge, „bei der eine kleine Gruppe Partikularinteressen mit dem Gemeinwohl verknüpft und dies so erscheinen lässt, als ob es das Gemeinwohl wäre”, fremd.  Für ihn ist Gemeinwohl hingegen, „was der Einzelne oder die Gruppe als Nährboden braucht, um sich entwickeln zu können. So wie eine Pflanze, die in keiner fruchtbaren Erde ist, nicht gedeihen wird, so braucht der Mensch als soziales Wesen einen förderlichen sozialen Kontext um sich zu entwickeln. Das kann man wohl Gemeinwohl nennen.” Außerdem unterscheidet er zwischen zwei zentralen Dimensionen von Gemeinwohl: „Ohne Gemeinwohl keine Freiheit. Die Gemeinwohl-Frage und die liberale Frage sind aus meiner Sicht nicht zu trennen: Wer Freiheit will, muss Gemeinwohl sagen. Gemeinwohl als Bedingung der Möglichkeit gelingenden Lebens ist also die psychologisch-funktionale Facette. Eine weitere Facette ist die ideengeschichtliche. Gemeinwohl ist hier eine regulative Idee im Sinne des Philosophen Immanuel von Kant. Diese können wir zwar nicht erreichen, aber sie wirkt wie ein Polarstern, der uns dabei unterstützt unser Handeln zu reflektieren und uns zu orientieren.“

Beide Facetten von Gemeinwohl unterstreichen grundsätzlich seine essenzielle Bedeutung für die Organisation unserer Gesellschaft, unserer Organisationen und sogar unserer Leben. Meynhardt erklärt, “der Gemeinwohlbegriff erfährt gerade Konjunktur, weil die Gemeinwohlfrage neu, anders und frisch gestellt wird. Wobei ich nicht denke, dass dies aufgrund einer moralischen Empörung geschieht. Stattdessen glaube ich, dass die zunehmende Komplexität der modernen Welt uns zwingt einen stabilen Polarstern zu finden. Wenn sich alles ändert, suchen wir nach etwas, das stabil ist und das ist die Orientierung aufs Gemeinwohl. Man könnte auch sagen: Wenn Komplexität die Herausforderung ist, ist Gemeinwohl die Antwort.“

Das bedeutet für Unternehmen, dass sie der monetären Wertschöpfung einen übergeordneten Sinn hinzufügen sollten. Häufig wird an dieser Stelle über Purpose gesprochen. „Geld verdienen bleibt wichtig, aber die Sinndimension kommt kraftvoll dazu. Wir denken, dass Gemeinwohl ein attraktives Sinnangebot darstellt“, so Meynhardt. „Wir sehen in den Firmen, in denen wir unterwegs sind, dass diese die Gefahren, aber auch die Chancen der Gemeinwohlorientierung sehen. Wir können heute zeigen, dass sobald ein CEO beginnt das Gemeinwohl zum Thema zu machen, dies unmittelbar motivatorische Wirkungen auf die Mitarbeiter hat – immer, wenn es ehrlich gemeint ist. Elon Musk, Mark Zuckerberg oder auch Larry Fink sprechen über Purpose. Nicht immer ist es glaubwürdig. Und doch beobachten wir verstärkt, wie der Kapitalismus seine eigenen Legitimationsressourcen aktiviert und vielleicht nutzt, um unternehmerisch etwas daraus zu machen.“

Letztlich geht es in Meynhardts Verständnis von Gemeinwohl weniger um eine moralisch aufgeladene Norm, sondern vielmehr um zeitgemäßes Handeln zur Sicherung von Zukunftsfähigkeit. Um wirtschaftlich in einer komplexen Welt bestehen zu können, ist Gemeinwohl für ihn kein nettes Extra, sondern Grundbedingung. Unternehmen würden dies mittlerweile zunehmend erkennen: „Firmen setzen dies um, weil die Komplexität und die Geschwindigkeit der Veränderungen geradezu nach einem Polarstern, einer übergeordneten Idee rufen. Manager argumentieren dabei weniger moralisch, sondern vielmehr funktional, um ihr Geschäftsmodell zu organisieren.“ Auf die Frage, ob Gemeinwohl schließlich über die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen entscheiden wird, gibt sich Meynhardt überzeugt: „Absolut. Das ist the reason for being, the license to operate. Wobei Profit Mittel zum Zweck ist, der Zweck ist etwas anderes und muss etwas anderes sein.“

Um einen solchen Pfad einschlagen zu können, “bringt sich jeder Einzelne mit seiner Individualität ein, aber es gibt auch etwas was diese Beziehungen darüber hinaus kennzeichnet, eine Systemqualität. Diese Systemqualität ist Gemeinwohl. Wir können mittlerweile auch an Studien zeigen, dass Gemeinwohl zu erfahren, dem Einzelnen Kraft und Zuversicht gibt”, erläutert Meynhardt. “Wobei die Denkweise entscheidend ist. Diese muss man für sich entwickeln. Eher im Sowohl-als-auch zu denken und nicht im Entweder-oder. Eine systemische Denkweise ist dabei sehr wichtig, aber nicht das alleinige Kriterium. Es gilt auch, Widersprüche als Widersprüche zu erkennen.” Dadurch wird deutlich, dass Wirtschaftlichkeit und Gemeinwohl keine Widersprüche sind, sondern den kreativen Raum beschreiben, der Führungskräften ermöglicht die Zukunftsfähigkeit ihrer Organisationen zu sichern.

Lesen Sie das vollständige Interview mit Timo Meynhardt direkt im Anschluss!

 

Das gesamte Interview mit Timo Meynhardt

 


                                                                                                                                                                                                      Timo Meynhardt

 

Einleitung

Timo Meynhardt ist ein deutscher Psychologe und Betriebswirtschaftler. Er ist Managing Director des Center for Leadership and Values in Society an der Universität St. Gallen. Von 2013 bis 2015 war er Inhaber des Lehrstuhls für Management an der Leuphana Universität Lüneburg. Seit Oktober 2015 ist Timo Meynhardt Inhaber des Arend Oetker-Lehrstuhls für Wirtschaftspsychologie und Führung an der Graduate School of Management der privaten Handelshochschule Leipzig. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen Public Value bzw. Gemeinwohl, das er mit innovativen Führungsmodellen zu verknüpfen versucht. Darin wird der Beitrag zum Gemeinwohl als ein Purpose (Sinn und Zweck) charakterisiert, der sich am gesellschaftlichen Nutzen ausrichtet und darüber seine Motivations- und Legitimationsfunktion erhält. Public Value wird damit zu einer Ressource guter Führung.

Interview

AoA: Was ist Gemeinwohl?

Timo Meynhardt: Man kann sich dem Gemeinwohlbegriff auf verschiedene Weise annähern. Ich möchte mich auf eine psychologisch-funktionale Perspektive konzentrieren. Gemeinwohl ist hier das, was der Einzelne oder die Gruppe als Nährboden braucht, um sich entwickeln zu können. So wie eine Pflanze, die in keiner fruchtbaren Erde ist, nicht gedeihen wird, so braucht der Mensch als soziales Wesen einen förderlichen sozialen Kontext um sich zu entwickeln. Das kann man wohl Gemeinwohl nennen.

AoA: Was bedeutet das für den Menschen?

Timo Meynhardt: Es gibt keine psychische Gesundheit, wenn man eine Person isoliert in den Wald setzt. Wir sind bio-psycho-soziale Wesen. Wir brauchen einen stützenden, fördernden Rahmen. Heißt also, die psychische Entwicklung des Einzelnen geht nur über einen sozialen Kontext. Es gibt kein Ich ohne ein Wir. Die Identität und überhaupt das Selbstbild entwickelt sich nur im Abgleich mit Anderen.

AoA: Gemeinwohl in diesem Zusammenhang beschreibt ein förderliches Umfeld?

Timo Meynhardt: Es sind die Rahmenbedingungen, die alle gemeinsam haben. Die Definition des zweiten Vatikanischen Konzils nach Nell-Breuning sagt: Gemeinwohl sind die Rahmenbedingungen, die es dem Einzelnen oder einer Gruppe ermöglichen selbstverantwortlich, subsidiär und autonom das eigene Gelingen voranzubringen.

AoA: Welche Auswirkung kann das haben?

Timo Meynhardt: Das bedeutet, wenn der psychologische Grundmechanismus gestört ist, dann ist die Gemeinwohlbeziehung, also die Gesellschaft gestört. Gemeinwohl existiert auch schon in einer Zweierbeziehung, einer Ehe, einer Familie oder einer Hochschule. Gemeinwohl ist dabei stets mehr als die Summe seiner Teile.

AoA: Können Sie das noch weiter erläutern?

Timo Meynhardt: Diese Beziehungen zielen immer auf ein Wir ab, ob ausgesprochen oder unausgesprochen. Es bringt sich jeder Einzelne mit seiner Individualität ein, aber es gibt auch etwas was diese Beziehungen darüber hinaus kennzeichnet, eine Systemqualität. Diese Systemqualität ist Gemeinwohl. Wir können mittlerweile auch an Studien zeigen, dass Gemeinwohl zu erfahren, dem Einzelnen Kraft und Zuversicht gibt. Dies kann wiederum als Ressource, Stabilisator oder Orientierungsrahmen für die persönliche Entwicklung wirken.

AoA: Eröffnet diese Perspektive auf das Gemeinwohl die Möglichkeit zu gelingendem Leben?

Timo Meynhardt: Meine These geht sogar noch etwas weiter: Ohne Gemeinwohl keine Freiheit. Die Gemeinwohl-Frage und die liberale Frage sind aus meiner Sicht nicht zu trennen: Wer Freiheit will, muss Gemeinwohl sagen. Gemeinwohl als Bedingung der Möglichkeit gelingenden Lebens ist also die psychologisch-funktionale Facette. Eine weitere Facette ist die ideengeschichtliche. Gemeinwohl ist hier eine regulative Idee im Sinne des Philosophen Immanuel von Kant. Diese können wir zwar nicht erreichen, aber sie wirkt wie ein Polarstern, der uns dabei unterstützt unser Handeln zu reflektieren und uns zu orientieren.

AoA: Ein Polarstern, den Viele teilen.

Timo Meynhardt: Ja, Gemeinwohl ist als Bedingung der Möglichkeit des Gelingens und als regulative Idee in der säkularen Welt sehr wichtig geworden. Denn da wo es nicht reicht, auf ein gottgefälliges Leben zu verweisen, muss das Gemeinwohl erst ausgehandelt werden. Aus der Erfahrung des Dritten Reiches hat man im Grundgesetz festgelegt, dass wir das bis auf ganz wenige grundlegende Prinzipien (z.B. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“) in einem demokratischen Prozess gemeinsam bestimmen müssen. Gemeinwohl wird dabei am besten hochgehalten, wenn das Individuum geschützt wird. Dass aus den Verfahren der Meinungsbildung Gemeinwohl entsteht, hat sich im Rückblick nicht als Illusion erwiesen. Es hat aber Grenzen, weil man zumindest inhaltliche Kategorien braucht.

AoA: Was machen Sie anders?

Timo Meynhardt: Wir gehen an der Handelshochschule in Leipzig einen in der Psychologie verankerten Weg. Denn um diese regulative Idee praktisch zu machen, braucht sie eine Verankerung in der menschlichen Motivation und Bedürfnisstruktur. Heute haben wir in der Psychologie einigermaßen Konsens über vier stabile Grundbedürfnisse des Menschen. Wenn eine Organisation diese vier Kriterien befriedigt, dann leistet sie einen Beitrag dazu, dass sich eine Person entwickeln und sich in ihrem Umfeld wohlfühlen kann. Deshalb messen wir diese vier Kriterien in unserem Gemeinwohlansatz.

AoA: Welche Kriterien sind das?

Timo Meynhardt: Diese vier Dimensionen sind: Ein Bedürfnis nach Selbstwerterhaltung und -erhöhung, das Streben nach positiven Erfahrungen, ein Bedürfnis nach Gruppenzugehörigkeit und ein Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle. Die erste Dimension ist mit Moral- und Anstandskategorien besetzt und bis zu den Menschenrechten verbrieft. In unterschiedlichen kulturellen Kontexten und Zeiten sind die Vorstellungen anders formatiert. Das ist nicht beliebig, aber veränderlich. Das heißt, unser Moralempfinden können wir nicht einfach exportieren und das, was an anderen Orten der Welt passiert, als unmoralisch verurteilen. Gemeinwohl ist also nichts Universelles, sondern muss immer wieder inhaltlich gefüllt werden. Welche Werte das sind und wie Moral realisiert wird, das ist dann kontingent und unterschiedlich.

Das zweite Thema ist das Streben nach positiven Erfahrungen und die Vermeidung von Schmerz. Ein Organismus möchte überleben und dies möglichst schmerzfrei. Das Streben nach positive Erfahrungen zieht sich bis hin zu den Konsumentenwünschen, wie Genuss, Freude und Ästhetik (hedonistisch-ästhetisch). Setzen wir dies in Bezug zur ersten Dimension, dann könnte etwas beispielsweise moralisch anständig sein, aber kein Spaß machen.

Die dritte Dimension geht auf das Grundbedürfnis sozialer Bindung zurück. Individuen schließen sich Gruppen an und haben einen Gruppenbezug. Das kann die Familie sein, auch das Arbeitsteam oder eine nationale Identität. Und so kann etwas vielleicht anständig sein und Spaß machen, aber nicht als politisch opportun angesehen werden, weil es zu Lasten einer gewissen Gruppe geht.

AoA: Und das vierte Kriterium, das Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle?

Timo Meynhardt: Wir streben danach zu verstehen, was wir in unserer Umwelt durch unsere Handlungen auslösen. Wir wollen eine gewisse Grundkontrolle über unser Leben haben. Dieses Bedürfnis wird zum Beispiel dann eingetrübt, wenn wir mit dem Zug von Leipzig nach Berlin fahren und plötzlich auf den Schienen ein Klavier steht. Das passt nicht in das Bild einer erklärbaren und vorhersehbaren Welt. Dieses Grundbedürfnis ist ein sehr utilitaristischer Wert, denn kann Menschen sehr leicht frustrieren, wenn ihr Weltverständnis außer Kraft gesetzt wird. Sogar so frustrieren, dass es sie krankmacht.

AoA: Wofür kann man diese vier Dimensionen nutzen?

Timo Meynhardt: Aus den vier Dimensionen heraus haben wir den GemeinwohlAtlas konstruiert. Darin schätzen wir Unternehmen nach den folgenden vier Kriterien ein: Ob sich das Unternehmen anständig verhält, im Kerngeschäft gute Arbeit leistet, zur Lebensqualität beiträgt und den Zusammenhalt in Deutschland fördert. Aus der Psychologie heraus bekommt der schillernde Begriff Gemeinwohl plötzlich eine Kontur anhand der vier Dimensionen.

AoA: Können Sie das an einem Beispiel erläutern?

Timo Meynhardt: Nehmen wir zum Beispiel eine Flasche Wein. Es könnte hoch unanständig und moralisch verwerflich sein, dass ich Wein trinke, weil unsere Kultur aus religiösen Gründen Wein oder Alkohol nicht duldet. Gleichzeitig erfüllt der Wein jedoch eine hedonistische-ästhetische Qualität. Er schmeckt angenehm und vermittelt eine bestimmte Kultur. Auf der dritten Dimension wirkt der Wein als Statussymbol. Er vermittelt, dass ich einer bestimmten Gruppe angehöre, die sich diesen edlen Wein leisten kann. Und auf der vierten Dimension erfüllt der Wein eine durstlöschende Funktion. Erst in der Zusammenschau ergibt sich eine angemessene Bewertung.

Damit haben wir sozusagen eine vier Farben unterscheidende Brille gefunden, die auf das Gemeinwohl angewendet werden kann. Gemeinwohl ist eben nicht eindimensional. Wenn wir sagen, in dieser Flasche Wein zeigen sich im positiven Sinne auch gesellschaftliche Werte und es wird von vielen unterstützt, dann ist diese Flasche gemeinwohlverträglich.

AoA: Kann man das auf alles anwenden?

Timo Meynhardt: Grundsätzlich ja. Diese bedürfnisorientierte Sicht können wir prinzipiell auf ganz verschiedene Bewertungsobjekte anwenden. In unseren Studien wenden wir diese Optik auf einzelne Entscheidungen, aber auch ganze Organisationen an.

AoA: Warum erlebt der Gemeinwohlbegriff gerade eine Renaissance?

Timo Meynhardt: Der Begriff selbst hat über die Zeit – seit Aristoteles und dann später Thomas von Aquin – immer wieder Renaissancen erlebt wie ein Stehaufmännchen. Beispielsweise im Recht und in der Politik. Natürlich hat er gerade Konjunktur, weil die Gemeinwohlfrage neu, anders und frisch gestellt wird. Wobei ich nicht denke, dass dies aufgrund einer moralischen Empörung geschieht. Stattdessen glaube ich, dass die zunehmende Komplexität der modernen Welt uns zwingt einen stabilen Polarstern zu finden. Wenn sich alles ändert, suchen wir nach etwas, das stabil ist und das ist die Orientierung aufs Gemeinwohl. Man könnte auch sagen: Wenn Komplexität die Herausforderung ist, ist Gemeinwohl die Antwort.

AoA: Stabilität in der Bewegung.

Timo Meynhardt: Ja, genau. Ich würde außerdem den Begriff gerne noch ideengeschichtlich einordnen. Diese Idee, dass die Ausübung von Macht einem bestimmten Bedarf unterliegt, wurde schon immer als Legitimationsinstrument für Herrschaftsausübung genutzt. Wie zum Beispiel die Rechtfertigung von Machtausübung durch die Sicherung von Landesgrenzen. Der Gemeinwohlbeitrag wäre hier: Sie haben das Machtmonopol und dieses wird genutzt, um das Gebiet vor Feinden von außen zu schützen.

AoA: Das wäre Stabilität durch Machtausübung.

Timo Meynhardt: Ja, klar. Das ist dann ein sehr politischer Begriff. Wenn man dieses Gemeinwohlnarrativ als regulative Idee nutzt, um Machtausübung zu rechtfertigen und Partikularinteressen zu verstecken, dann besteht natürlich eine Gefahr von Missbrauch des Gemeinwohlbegriffs. Hier wollen wir einen Akzent setzen und uns davon abwenden.

AoA: Wohin wenden Sie sich?

Timo Meynhardt: Ich setze mich für einen liberalen Gemeinwohlbegriff ein. Dieser lässt unterschiedlichste inhaltliche Festlegungen zu und ist gleichzeitig durch die Verankerung in menschlichen Grundbedürfnissen nicht beliebig. Wenn es den Gemeinwohlbegriff nicht gäbe, dann müssten wir ihn erfinden, weil wir unsere sozialen Beziehungen nicht ohne einen Rekurs auf eine höhere Systemebene diskutieren können. Wir können eben nicht nur auf die Eigenschaften des Individuums schauen, sondern auf das, was kennzeichnend für die Qualität der Beziehungen der Beteiligten ist.

AoA: Meinen Sie damit in Austausch zu treten?

Timo Meynhardt: Ja, in Austausch zu treten, weil wir nicht nur Individuen mit Präferenzen und Bedürfnissen sind, sondern immer zusammenhängen. Karl Marx hat das ein wenig übertrieben, nach dem Motto: Wir sind nur das Ensemble unserer gesellschaftlichen Verhältnisse.

AoA: Es ist schockierend, wenn man feststellt wie ähnlich man sich doch ist. (beide lachen)

Timo Meynhardt: Stimmt. Wir sind also gar nicht so individuell, sondern eben sozial determiniert. Wir sind, was wir aus der Gesellschaft machen und sind auch das, was die Gesellschaft aus uns macht. Das merkt man, wenn man reist und andere Kulturen kennenlernt.

AoA: Die Frage, was Gemeinwohl ist, klärt sich also im Austausch?

Timo Meynhardt: Ja, unbedingt. Wenn wir Personen in Deutschland oder der Schweiz fragen, ob sie der folgenden Aussage zustimmen: “Ich habe für mich eine klare Vorstellung davon, was Gemeinwohl bedeutet”, dann stimmen neun von zehn Schweizern und Deutschen zu. Es scheint also ein intuitives Verständnis des Gemeinwohlbegriffs zu geben. Auch in der Alltagssprache ist der Begriff anschlussfähig an die Erfahrungswelt des Einzelnen, sodass man darüber Dinge artikulierbar machen kann.

AoA: Es ist also ein allgemeines Verständnis des Gemeinwohlbegriffs vorhanden.

Timo Meynhardt: Ich gehe mittlerweile sogar so weit zu sagen: Wenn wir alle übereinstimmen, dass etwas gemeinwohlverträglich ist, reicht das aus, um «im Gespräch» und damit in Beziehung zu bleiben. Das ist wie bei Freundschaft oder gar Liebe. Wenn dir jemand sagt “Ich liebe dich” und der andere sagt es zurück, dann weiß man trotzdem nie genau, was dahintersteckt. Aber allein das Bekenntnis im Sinne einer «dünnen Beschreibung» schafft etwas Verbindendes und damit eine Beziehungsqualität.

AoA: Was beobachten Sie in diesem Zusammenhang in Unternehmen?

Timo Meynhardt: Wir sehen in den Firmen, in denen wir unterwegs sind, dass diese die Gefahren, aber auch die Chancen der Gemeinwohlorientierung sehen. Wir können heute zeigen, dass sobald ein CEO beginnt das Gemeinwohl zum Thema zu machen, dies unmittelbar motivatorische Wirkungen auf die Mitarbeiter hat – immer, wenn es ehrlich gemeint ist. Elon Musk, Mark Zuckerberg oder auch Larry Fink sprechen über Purpose. Nicht immer ist es glaubwürdig. Und doch beobachten wir verstärkt, wie der Kapitalismus seine eigenen Legitimationsressourcen aktiviert und vielleicht nutzt, um unternehmerisch etwas daraus zu machen.

AoA: Wie passen Begriffe wie Nachhaltigkeit hier hinein?

Timo Meynhardt: Nachhaltigkeit kommt, Gemeinwohl bleibt. Nachhaltigkeit ist für mich ein Zeitphänomen. Wir wissen nicht, ob wir in zehn Jahren noch über Nachhaltigkeit reden, während man mit Sicherheit über Gemeinwohl sprechen muss.

Der Gemeinwohlbegriff ist breiter geworden durch People, Planet, Profit, sodass Nachhaltigkeitsthemen heute eng mit dem Gemeinwohl verknüpft sind. Der größere Polarstern und die tragfähigere Idee ist dabei jedoch das Gemeinwohl. Nachhaltigkeit sehe ich eher als eine Facette, ein Thema innerhalb des Gemeinwohldiskurses, was aus vier verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden kann. Nachhaltigkeit ist beispielsweise ein zutiefst moralisches Thema oder zielt langfristig gesehen auch auf Lebensqualität und Abwesenheit von Schmerz ab.  Dementsprechend ist das Thema Ökologie auch keine eigene Dimension bei uns. Es gibt ein Bedürfnis danach, dass der Organismus überlebt, aber es gibt kein menschliches Bedürfnis nach sauberem Wasser als ökologischem Bestandteil.

AoA: Sie meinen also, dass Nachhaltigkeit in Ihren Gemeinwohlbegriff einsortiert werden kann?

Prof: Meynhardt: Genau.

AoA: Sie sind kein Freund von Regelungen und Gesetzen im Zusammenhang mit Gemeinwohl. Können Sie das genauer erklären?

Prof: Meynhardt: Ich bin aus verschiedenen Gründen dieser Auffassung. Unter anderem ist es die Einsicht in die fehlende Steuerbarkeit sozialer Systeme. Ich glaube nicht, dass wir mit noch mehr Regulierungen wirklich etwas erreichen können, und ich denke auch nicht, dass wir zugrunde gehen, weil wir zu wenige Gesetze haben. Es ist eher der subjektive Faktor der mich interessiert: Zurück zum Menschen. Damit sich Menschen wieder bewegen, müssen wir dort ansetzen und attraktive Angebote schaffen. Junge Leute finden das gut, denn sie verbinden das mit Purpose.

AoA: Was ist ihr Ausgangspunkt für diese Überlegungen?

Timo Meynhardt: Mein Ausgangspunkt, nach dem Soziologen Ferdinand Tönnies, hat zwei Kategorien. Die eine ist die Gemeinschaft und die andere ist die Gesellschaft. Mit Ersterem verbindet er alle Beziehungen, die im zwischenmenschlichen ohne eine formalisierte vertragliche Basis auskommen und allein über Emotionen, Instinkte, Triebe und Begierden geregelt werden. Weil es eben Traditionen und Usancen darüber gibt, was man macht oder nicht machen sollte.

Die zweite Form ist Produkt des menschlichen Geistes und entsteht durch Verobjektivierung, Kodifizierung und Abstraktion. Beispielsweise hat man beim Mietvertrag oder bei der Gründung einer Firma eine gewisse Rechtssicherheit. Dies ist ein großer Fortschritt und ermöglicht völlig neue Verbindungen zwischen den Menschen. Das Herauslösen aus einem ganzheitlichen und intuitiv verankerten Lebenszusammenhang führt dazu, dass wir immer mehr Objektivität in die Dinge hineinbringen. Es führt dazu, dass man sich auf Dinge verlassen kann, Rechtsanspruch hat und keiner Willkür ausgesetzt ist. Nur: Es wird immer komplexer und komplexer, bis es keiner mehr versteht.

AoA: Was sind die Auswirkungen?

Timo Meynhardt: Die Tragödie ist, dass es sich um einen Dualismus handelt, den wir nie überwinden können. Wir bemerken etwa die politische Komplexität, die sich da in Berlin, in Washington und in Brüssel aufgebaut hat, und die für unser Gehirn nicht mehr verarbeitbar ist. Wir fallen zurück auf Atavismen, Twitterpolitik, Identitätspolitik und schnelle emotionale Reaktionen. Das bedeutet nicht, dass wir plötzlich verblödet sind, sondern dass wird die Komplexität, die wir im sozialen Bereich aufgebaut haben, nicht mehr verarbeiten können. Wir müssen dann wieder vereinfachen und uns wieder auf eine Purpose besinnen, wie beispielsweise “Make America great again!” Etwas was vielen Leuten wieder Orientierung bietet und auf die vier Dimensionen des Gemeinwohls einzahlt.

AoA: Haben Sie ein Beispiel dafür?

Timo Meynhardt: Ein Beispiel aus unserer Hochschule ist, dass wir die Gründerorientierung fördern wollen, aber dies nicht verordnen können.

AoA: Sie wollen also von der Verordnung weg?

Timo Meynhardt: Ich kämpfe dagegen an, weil die psychologische Komponente an der Stelle stark unterschätzt wird. Weil Gemeinschaft nicht nur irrational und Gesellschaft nicht nur rational ist. Diesen Dualismus können wir nicht auflösen, wie bei Verstand und Gefühlen. In der Volkswirtschaft sehen wir dies im Feld der Behavioral Economics. Viele unserer Entscheidungen hängen von Gefühlen und Emotionen ab und wir überlegen uns oft erst im Nachgang eine rationale Erklärung dafür.

AoA: Sie sprechen von einer gewissen Balance zwischen beidem. Kann man das auch als zyklischen Vorgang wahrnehmen?

Prof: Meynhardt: Ja, aber ohne Angst vor dem Gemeinwohl. Gemeinwohl ist eben nicht nur eine Vokabel, sondern etwas was man positiv bewirtschaften kann. Unser Schwerpunkt ist dabei das psychologische Moment.

AoA: Ihr Gemeinwohlbegriff bedeutet demnach auch, dass eine Gemeinschaft ihren Sinn gemeinschaftlich entwickelt?

Prof: Meynhardt: Genau, das ist demnach auch eine wichtige Führungsaufgabe. Daher stehen Sinnfragen und die Sinnproduktion im Kern unseres Leipzig Leadership Modells. Geld verdienen bleibt wichtig, aber die Sinndimension kommt kraftvoll dazu. Wir denken, dass Gemeinwohl ein attraktives Sinnangebot darstellt.

AoA: Warum wird das von Firmen umgesetzt?

Timo Meynhardt: Firmen setzen dies um, weil die Komplexität und die Geschwindigkeit der Veränderungen geradezu nach einem Polarstern, einer übergeordneten Idee rufen. Manager argumentieren dabei weniger moralisch, sondern vielmehr funktional um ihr Geschäftsmodell zu organisieren.

AoA: Gibt es spezielle Fähigkeiten und Fertigkeiten, die gemeinwohlorientierte Organisationen ausgeprägt haben?

Timo Meynhardt: Ich sehe drei Stufen. Die einen nutzen es als Strategie zur Vermeidung von Risiken und um Risiken zu mindern. Das ist die unterste Stufe und sehr defensiv. Auf der zweiten Stufe, beginnen die Organisationen sich ihrer Grundlagen zu versichern. Getreu der Parole “keine Zukunft ohne Herkunft”. Großunternehmen wie BASF, Bayer und die Deutsche Bank stellen sich zum Beispiel gerade dieser Herausforderung. Da muss der Purpose nicht erfunden, sondern in der Geschichte gefunden und aktiviert werden.

AoA: Aus dem Ursprung?

Timo Meynhardt: Ja, sozusagen „to make the world a better place“. Hier geht es nicht darum die technische Lösung oder das Produkt in den Vordergrund zu stellen, sondern das was damit bewirkt werden kann. Das ist dann der sogenannte Outside-In-Ansatz.

Während die zweite Stufe also darauf zielt, etwas wieder in den Vordergrund zu rücken, was schon vorhanden ist, geht es auf der dritten Stufe um Innovation, wobei Gemeinwohl die Zielausrichtung bestimmt. Ein Beispiel dafür ist das Start-Up Coldplasmatech aus Greifswald, wo das Produkt im Bereich der Wundheilung konsequent vom gesellschaftlichen Nutzen her gedacht wird. Der Gründer Carsten Mahrenholz sagt dann auch: “wer kann, der muss”. Wer die Fähigkeiten hat, solche Lösungen zu entwickeln, hat dann aber auch die gesellschaftliche Verantwortung, die damit einhergeht. Diese Haltung ist keineswegs selbstverständlich, aber durchaus bei vielen Gründern anzutreffen.

AoA: Ist ein ausgeprägter Gemeinwohlbegriff auch eine Frage der Zukunftsfähigkeit von Unternehmen?

Timo Meynhardt: Absolut. Das ist the reason for being, the license to operate. Wobei Profit Mittel zum Zweck ist, der Zweck ist etwas anderes und muss etwas anderes sein. Wir arbeiten auch an dem Begriff von Wertschöpfung, der materielle Elemente genauso einschließt wie andere. Das heißt, in unseren vier Dimensionen gibt es einen finanziellen Teil und einen nicht-finanziellen Teil.

AoA: Wie können wir das verstehen?

Timo Meynhardt: Wertschöpfung hat auch einen finanziellen Charakter und das bleibt auch so. Man kann nicht alles wegtranszendieren. Der Gemeinwohlbeitrag über eine Ökonomische Performance ist zu mindestens genauso wichtig. Steuern und Sozialabgaben zahlen sowie Arbeitsplätze erhalten, ist aber letztlich auch Mittel zum Zweck, um die anderen Bedürfnisse bedienen zu können. Hier gibt es eine ganz gefährliche Denkfalle. Man könnte argumentieren, dass wir zunächst einmal das Geld verdienen müssen, um es für andere Dinge ausgeben zu können. Dagegen jedoch stemme ich mich, weil es vor dem Geschäftsmodell immer Bedingungen gibt und zwar bevor wir überhaupt Geld verdienen dürfen. Gemeinwohl ist daher nicht Add-On, wie es CSR (Anm. Corporate Social Responsibility) lange war, sondern Gemeinwohl sollte im Geschäftsmodell enthalten sein.

AoA: Gemeinwohl ist somit die Voraussetzung für wirtschaftliches Handeln und nicht die Folge dessen.

Timo Meynhardt: Sicherlich ist es beides, aber die Voraussetzung ist es auch.

AoA: Damit sind Sie dennoch sehr anschlussfähig. Das heißt der Gemeinwohlbegriff schließt sowohl die ökonomische als auch die soziale Wertigkeit ein? Kann das nicht auch sehr opportunistisch sein?

Timo Meynhardt: Ja genau. Wobei die Denkweise entscheidend ist. Diese muss man für sich entwickeln. Eher im Sowohl-als-auch zu denken und nicht im Entweder-oder. Eine systemische Denkweise ist dabei sehr wichtig, aber nicht das alleinige Kriterium. Es gilt auch, Widersprüche als Widersprüche zu erkennen.

AoA: Fördern Sie so auch das Verständnis für die Einheit der Gegensätze bei Ihren Studierenden?

Timo Meynhardt: Ja, wir diskutieren in der Vorlesung beispielsweise den Fall, wie es der Fussballklub FC Bayern München schafft, sowohl die regionale und lokale Verankerung als auch diese Weltoffenheit und internationale Präsenz in Einklang zu bringen. Sie betrachten dies dabei nicht als Dilemma, sondern als Paradoxie, die den Verein besonders macht. Beide Seiten gehören dabei fest zusammen. Wird auf eine Seite verzichtet, dann bricht alles zusammen. Die moderne Führungskraft versucht also nicht, diese Paradoxie aufzulösen. Stattdessen nutzt sie die Kraft, die aus der gegensätzlichen Logik als Spannung entsteht, um etwas daraus zu machen.

AoA: Also die produktive Nutzung der Spannung und nicht das Problemlösen steht hier im Vordergrund.

Timo Meynhardt: Genau, die Spannung als Chance sehen.

AoA: Spiegelt sich das auch in Ihrer Public Value Scorecard wider?

Timo Meynhardt: Ja, die Dimensionen in diesem Instrument sind eine systematische Ansammlung von Widersprüchen, die durch den Gemeinwohlgedanken zusammengehalten werden. Gemeinwohldenken ist der Versuch, die Paradoxien auf einer höheren Ebene zu betrachten, sie in einen umfassenderen Zusammenhang zu stellen.

AoA: Wobei dieser Gemeinwohlbegriff immer der eigene ist.

Timo Meynhardt: Genau, das muss von innen heraus geschehen. Das ist die Wertschätzung dessen, was da ist und das muss man sich erarbeiten. Deswegen wehre ich mich auch dagegen, von hier aus einfach zu verurteilen, was beispielsweise derzeit in der USA passiert. Man muss erst hingehen, verstehen und dann kann man urteilen.

AoA: Wieso halten sie die Gemeinwohlökonomie für Populismus?

Timo Meynhardt: Das sind soziale Bewegungen mit Zielen, die für mich aus der Theorie nicht einfach hergeleitet und begründet werden können. Es ist eine ideologische Enge, bei der eine kleine Gruppe Partikularinteressen mit dem Gemeinwohl verknüpft und dies so erscheinen lässt, als ob es das Gemeinwohl wäre. Ich habe allerdings nur gesagt, dass sie populistische Züge trägt, wenn sie Sachen behauptet, die nicht bewiesen sind.

Hier ein Beispiel: Selbst in der Gemeinwohlbilanz 5.0 kriegen Sie Pluspunkte, wenn sie veganes Essen anbieten. Ich bin bekennender Fleischesser und kann nicht einsehen warum es gemeinwohlförderlich sein könnte, dass veganes Essen einen Pluspunkt in der Gemeinwohlbewertung bringt, ohne dass eine demokratische Abstimmung erfolgt ist. Umgekehrt werden Minuspunkte eingefahren, wenn man andere Unternehmen kauft.

AoA: Können Sie das bitte erläutern?

Timo Meynhardt: Ich nenne das auch Pretence of Knowledge, wenn eine kleine Gruppe sich anmaßt, etwas zu wissen, wovon sie nicht weiß, ob es andere teilen. Selbst wenn über diese Werte später abgestimmt werden würde, hätte das keine Bindungswirkung.

AoA: Was haben Sie gemeinsam und was unterscheidet Sie?

Timo Meynhardt: Beide Ansätze setzen wichtige Impulse, wenn es darum geht Gemeinwohl neu zu diskutieren. Der Unterschied ist: Während die Gemeinwohlökonomie sagt, wir haben ein Umsetzungsproblem, sage ich, wir haben ein Erkenntnisproblem. Wir müssen viel mehr darüber streiten, was Gemeinwohl ist bzw. sein soll.

AoA: Schließt Ihre Gemeinwohlkritik auch B Corps ein?

Timo Meynhardt: Nein, da bin ich viel positiver.

AoA: Positiv ist ein sehr schöner Begriff um für heute zu enden. Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Einschätzungen, Herr Professor Meynhardt.

Timo Meynhardt: Danke sehr.

 

Download als PDF.

Blog: Benjamin Stromberg & Dirk Dobiéy
Bildquelle: Timo Meynhardt, bzw. gemeinfrei

Das Interview führten Dirk Dobiéy und Rodrigo Morales (Age of Artists, AoA) am 13. April 2018 in Leipzig. Dieser Text ist lizensiert unter Creative Commons BY-NC-SA 4.0 (creativecommons.org). 

 

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Rückblick: “Kollektive Ahnungslosigkeit” – Creative Company in MannheimMatthias Rauch, Gina Schöler, Dirk Dobiéy, Thomas Köplin und Armin Chodzinski (von links nach rechts)

Rückblick: “Kollektive Ahnungslosigkeit” – Creative Company in Mannheim

Am 16. Mai 2019 waren wir zu Gast bei Startup Mannheim. Wir blicken gern zurück auf ein inspirierendes Salongespräch im Alten Volksbad mit spannenden Gästen und einem interessierten Publikum.

Zu Gast war Glücksministerin Gina Schöler, die in Mannheim lebt und die bundesweite Initiative „Ministerium für Glück und Wohlbefinden“ leitet und mit vielfältigen Aktionen und Angeboten dazu aufruft, das Bruttonationalglück zu steigern.

Außerdem hatten wir als Überraschungsgast den Künstler, Autor und Performer Armin Chodzinski zu Gast. Armin ist Gastprofessor für Interdisziplinäre künstlerische Praxis und Theorie an der Universität der Künste Berlin und arbeitet darüber hinaus mit zahlreichen Unternehmen zusammen, unter anderem auch mit BASF in Ludwigshafen.

Unser Gastgeber war Matthias Rauch, der ehemalige Vorsitzende der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung (GMM) e.V. und heute der Leiter der Kulturellen Stadtentwicklung der Stadt Mannheim.

Was diesen Abend in Mannheim für uns außergewöhnlich gemacht hat, war die aktive Teilnahme des Publikums und die intensive Diskussion an der Schnittstelle von Kunst und Wirtschaft. Angefacht wurde diese ein um das andere Mal durch die pointierten Fragen unseres Gastgebers und Moderators, aber auch durch polarisierende Statements unserer Gäste. So attestierte Armin unserer Gesellschaft gleich zu Beginn eine „kollektive Ahnungslosigkeit“, ein Zustand, dem wir im Verlauf der Diskussion vor allem auch positive Seiten abgewinnen konnten und die sich als guter Startpunkt in einen Diskurs darüber erwies, wie künstlerisches Handeln dabei helfen kann, dieser Ahnungslosigkeit oder Ungewissheit mit Zuversicht entgegen zu treten und sie produktiv zu nutzen.

Der Mannheimer Morgen schrieb im Nachgang folgendes über die Veranstaltung: “Nicht nur für Künstler, sondern auch für Unternehmer gäbe es Programm während der Musikwoche: Im Alten Volksbad haben Dirk Dobiéy und Thomas Köplin von der Beratungsorganisation Age of Artists, die selbst ernannte Glücksministerin Gina Schöler, und Armin Chodzinski, Professor für den interdisziplinär-künstlerischen Bereich an der Universität der Künste in Berlin, mit den Gästen diskutiert, wie Firmen mit neuen Herausforderungen – etwa mehr Komplexität oder Beschleunigung – umgehen können. ‘Wir sind überzeugt, dass Unternehmen, die erfolgreich sein wollen, auf künstlerisches Handeln angewiesen sind”, postuliert Köplin. Auf Ungewissheit beispielsweise wäre die künstlerische Antwort, den Mitarbeitern mehr Freiraum zu lassen, erklärt er.”

Armin Chodzinski

 

Gina Schöler, Dirk Dobiéy, Armin Chodzinski

 

 

Unser Podium; Armin Chodzinski über die kollektive Ahnungslosigkeit

 

Viel zu notieren: Ein Teilnehmer während des Salons

 

Gina Schöler im Austausch mit unserem Gastgeber Matthias Rauch

 

Berichterstattung zum Salon im Mannheimer Morgen, grün hervorgehoben:

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Creative Company Salon: Düsseldorf am 27. Juni 2019

Creative Company Salon: Düsseldorf am 27. Juni 2019

Wie künstlerisch zu arbeiten dabei hilft, über sich hinaus zu wachsen – ein Salongespräch mit Dirk Dobiéy und Thomas Köplin.

Technologischen Fortschritt, wirtschaftliche Überlegungen und künstlerische Herangehensweisen miteinander zu verbinden, bildet die Grundlage dafür, unsere Einzigartigkeit und Unentbehrlichkeit zu wahren, Organisationen langlebig zu machen und dringende gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen. Davon sind die beiden Autoren Dirk Dobiéy und Thomas Köplin überzeugt. „Für Ohren, die nüchternes Management-Sprech gewohnt sind, klingt (die) Idee erst einmal pathetisch, überzogen, geradezu romantisch. Doch (sie liegen) damit im Trend: Kunst ist eine gefragte Inspirationsquelle für Innovation und Perspektivwechsel in der Wirtschaft – gerade weil dort vollkommen andere Prinzipien und Werte gelten“, schreibt das Magazin Der Spiegel über ihre Arbeit.

Was ihre Erkenntnisse lebensnah und anwendbar macht, ist, dass die beiden Mitgründer des gemeinnützigen Beratungs-, Ausbildungs- und Forschungsnetzwerks Age of Artists bis heute weit über 100 Gespräche mit Künstlern aller Genres, aber auch mit Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen und mit zahlreichen Wirtschaftsvertretern geführt haben, denen man auch in ihrem jüngsten Buch Creative Company begegnen kann. Der Titel des Buches steht dabei sowohl für die sich ständig erneuernde Organisation als auch für das gemeinschaftliche Gestalten in guter Gesellschaft (Good Company).

Ganz in diesem Sinne unternehmen die Autoren anlässlich der Veröffentlichung nun gemeinsam mit wechselnden Gästen eine Gesprächs- und Vortragsreise durch mehrere Städte. Am 27. Juni 2019 sind wir in Düsseldorf bei Sipgate zu Gast.

Zur Anmeldung. 

 

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Creative Company Salon: Dortmund am 7. März 2019

Creative Company Salon: Dortmund am 7. März 2019

Wie künstlerisch zu arbeiten dabei hilft, über sich hinaus zu wachsen – ein Salongespräch mit Dirk Dobiéy und Thomas Köplin.

Technologischen Fortschritt, wirtschaftliche Überlegungen und künstlerische Herangehensweisen miteinander zu verbinden, bildet die Grundlage dafür, unsere Einzigartigkeit und Unentbehrlichkeit zu wahren, Organisationen langlebig zu machen und dringende gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen. Davon sind die beiden Autoren Dirk Dobiéy und Thomas Köplin überzeugt. „Für Ohren, die nüchternes Management-Sprech gewohnt sind, klingt (die) Idee erst einmal pathetisch, überzogen, geradezu romantisch. Doch (sie liegen) damit im Trend: Kunst ist eine gefragte Inspirationsquelle für Innovation und Perspektivwechsel in der Wirtschaft – gerade weil dort vollkommen andere Prinzipien und Werte gelten“, schreibt das Magazin Der Spiegel über ihre Arbeit.

Was ihre Erkenntnisse lebensnah und anwendbar macht, ist, dass die beiden Mitgründer des gemeinnützigen Beratungs-, Ausbildungs- und Forschungsnetzwerks Age of Artists bis heute weit über 100 Gespräche mit Künstlern aller Genres, aber auch mit Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen und mit zahlreichen Wirtschaftsvertretern geführt haben, denen man auch in ihrem jüngsten Buch Creative Company begegnen kann. Der Titel des Buches steht dabei sowohl für die sich ständig erneuernde Organisation als auch für das gemeinschaftliche Gestalten in guter Gesellschaft (Good Company).

Ganz in diesem Sinne unternehmen die Autoren anlässlich der Veröffentlichung nun gemeinsam mit wechselnden Gästen eine Gesprächs- und Vortragsreise durch mehrere Städte. Am 7. März 2019 sind wir in Dortmund bei Rent24 zu Gast.

Zur Anmeldung.

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Die Abschaffung der Kreativität: Ein Essay über künstliche und künstlerische Intelligenz (5/5)Charles Caleb Ward His First Appearance in Public

Die Abschaffung der Kreativität: Ein Essay über künstliche und künstlerische Intelligenz (5/5)

Von Thomas Köplin und Dirk Dobiéy

Fünfter und letzter Teil unserer Reihe. Den ersten Teil lesen Sie hier, den zweiten Teil hier, den dritten Teil hier und den vierten Teil hier.

Teil 5: Ratio und Resilienz

Eine Besonderheit künstlicher Intelligenz liegt darin, dass sie kein Gefühl kennt. Sie arbeitet logisch, wenn auch ihre Logik für uns Menschen nicht immer nachvollziehbar ist. Was daran liegen mag, dass bei uns Menschen das Gefühl (auch wenn wir es anders empfinden) immer an erster Stelle kommt, gefolgt vom langsameren Verstand, der erst im Nachhinein einordnet, urteilt, legitimiert, in gewisser Weise dem Gefühl hinterher räumt. Aus diesem Unterschied wird auch klar, was wir, Menschen und Maschinen, uns gegenseitig voraushaben und worin wir uns ergänzen können. Nun ist es manchmal so, dass man Dingen, die man nicht oder von denen man zu wenig hat, größeres Begehren und höhere Wertschätzung entgegenbringt als jenen, über die man bereits verfügt. Das wiederum drückt sich auch aus in unserer Sehnsucht nach rationalem Vorgehen, nach Berechen- und Erklärbarkeit, die wir mit Hilfe intelligenter Maschinen stillen wollen. Sie machen uns zu dem, was Mr. Spock vergeblich zu verbergen suchte: Halb Vulkanier, halb Mensch verkörpert er die Symbiose, die manche von uns im Sinn haben, wenn sie an den Menschen der Zukunft denken.

Allerdings führt unser Streben nach Berechen- und Erklärbarkeit  ganz beiläufig dazu, dass die menschliche Wahrnehmung, die eigenen Sinne, Gefühle und Unterbewusstes eine Abwertung erfahren. Gleichzeitig wächst die Gefahr, dass die sich vor allem auf Erfahrung stützende Vorstellungskraft zunehmend entmachtet wird, berichtet der Autor Manfred Osten und weiter: „Die Folge ist, dass sich der Mensch der Fatalität möglicher Irrtümer und Fehler bei der Umsetzung von Planungstheorien in reale Handlungen immer weniger bewusst wird. Mit der raschen Zunahme von erfahrungslosem Wissen vor dem Horizont virtueller Welten läuft der Mensch Gefahr, bei der Bewältigung von Fehlern zunehmend überfordert zu sein.“[1] Das bedeutet letztendlich, dass wir unsere Widerstandsfähigkeit verringern anstatt sie zu erhöhen.

Künstler sind geübt darin mit Mehrdeutigkeit und unvorhersehbaren Ereignissen umzugehen

Auch in diesem Zusammenhang können wir vom Künstlerischen lernen. Denn Künstler sind geübt darin, Gefühle und Unterbewusstes in ihrer Arbeit zu berücksichtigen, mit Mehrdeutigkeit und unvorhersehbaren Ereignissen umzugehen. Sie erzwingen ihr Auftauchen geradezu, weil sie es sind, die Neues erst ermöglichen. Künstler haben ein Verständnis dafür entwickelt, dass die vermeintlichen Schattenseiten unerlässlich sind, wollen sie kreativ sein. Sie wissen welchen Nutzen im fortwährenden Ringen um das Werk, lieb gewonnene Feindschaften für sie haben, die sie mit Kritik und Dissens, Fehler und Scheitern, Zweifel und Krise verbinden. Jede überstandene Auseinandersetzung mit ihnen, stärkt die eigene Widerstandsfähigkeit. In diesen Zusammenhang kann man auch die Aufführung stellen, die für den Künstler mehr Frage, als Antwort ist, die als fortwährendes Beinahe, als ein Loslassen und nicht als perfekter Endzustand zu verstehen ist und durch die jede künstlerische Tätigkeit einen erlebbaren externen Bezug erhält.

Lernumgebung für tiefgreifende Erfahrungen

Damit Menschen in Organisationen eine funktionierende Lernumgebung erhalten, um eine vergleichbare Widerstandsfähigkeit aufbauen zu können, müssen diese es ihren Mitarbeitern ermöglichen, ähnlich tiefgehende Erfahrungen zu machen, mehr noch zu empfinden. Sie davon fernzuhalten, ergibt auf Dauer wenig Sinn. Gerd Gigerenzer, Psychologe am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin sieht das ganz ähnlich: „Man vernachlässigt in unserer Gesellschaft die intuitive Komponente, weil man bereits seit der Aufklärung die Ratio über die Intuition stellt und dann den Eindruck hat, dass die wirklichen Inspirationen und Innovationen durch Nachdenken zustande kommen. Das ist aber nicht immer der Fall. Wir sollten die Quelle und die Wichtigkeit von Intuition hier nicht unterschätzen. (…) Mir geht es darum, Kopf und Bauch auf eine Stufe zu stellen, also zu zeigen, dass Entscheidungen, die auf Intuition beruhen anstatt auf komplexer Analyse, nicht immer zweitklassig, sondern oft auch besser sein können.”[2]

Will eine Organisation beweglich sein, müssen die Menschen sich bewegen können und bewegt sein dürfen

Es geht also nicht darum, Organisationen widerstandsfähiger zu machen, indem man versucht, die Zukunft vorauszusagen, das Unplanbare planbar zu machen und drohende Verletzbarkeit abzuwenden (was meist mit Hilfe von Regeln, Anweisungen oder Standards versucht wird). Sondern es geht darum, den Mitarbeitern zu ermöglichen, individuelle Widerstandsfähigkeit zu entwickeln, indem sie unmittelbare Erfahrungen machen und sich als Mensch ganz, auch mit ihrer Intuition und ihrem Gefühl einbringen. Will eine Organisation beweglich sein, müssen die Menschen sich bewegen können und bewegt sein dürfen.

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[1] Osten, Manfred (2006). Die Kunst Fehler zu machen. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag.
[2] Gigerenzer, Gerd. (15.1.2010) Sind Erfindungen auch Resultate genialer Eingebungen?Online verfügbar unter https://www.swr.de/blog/1000antworten/antwort/4889/sind-erfindungen-auch-resultate-genialer-eingebungen/. Zuletzt geprüft am 11.10.2017.

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Dieses Essay basiert auf unseren Nachforschungen der letzten vier Jahre. Was unsere Erkenntnisse lebensnah und anwendbar macht, ist, dass wir bis heute weit über 100 Gespräche mit Künstlern aller Genres, aber auch mit Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen und mit zahlreichen Wirtschaftsvertretern geführt haben. Ausführlich berichten wir darüber in unserem Buch „Creative Company“ (https://creativecompany.ageofartists.de)

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Bildquelle: National Gallery of Art; Charles Caleb Ward; His First Appearance in Public 

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Video Storytelling: Nutzen Sie Bewegtbild als effektives Medium zur InhaltsvermittlungVideo-Storytelling: Neues Workshop-Seminar von Age of Artists in Berlin

Video Storytelling: Nutzen Sie Bewegtbild als effektives Medium zur Inhaltsvermittlung

Was Sie bei diesem Workshop-Seminar lernen werden.

Unter der Leitung erfahrener Filmemacher werden Sie mit den Grundlagen des filmischen Storytellings – der Fähigkeit Geschichten zu entwickeln und zu erzählen – vertraut gemacht. Sie erlangen grundlegende technische Sicherheit bei der Gestaltung von Filmen – von der Idee bis zum Schnitt. Außerdem erleben und reflektieren Sie den künstlerisch-schöpferischen Kreativprozess, der auch für andere Gestaltungsaufgaben im organisatorischen Kontext eingesetzt werden kann.

JETZT ANMELDEN

Wieso dieser Kurs wichtig ist?

Der digitale Wandel führt zu einem Überangebot von Informationen. Es wird immer schwieriger, interessante Inhalte effektiv an die jeweilige Zielgruppe zu vermitteln. Dadurch wird die Fähigkeit, wichtige Informationen in Geschichten zu erzählen und kreativ aufzubereiten immer relevanter. Gleichzeitig verändert sich die Mediennutzung dramatisch. Bereits heute macht Bewegtbild über 50% der Internetnutzung aus und Schätzungen gehen in den kommenden Jahren von über 70% aus. Wer seine Kunden, Mitarbeiter oder andere Zielgruppen gekonnt ansprechen will, der kommt an Videoinhalten nicht vorbei. Will man den Zuschauer packen, eine schnellere intensivere Beziehung aufbauen und Inhalt direkter und effektiver vermitteln, braucht es drei Dinge: Wissen über Film als Kreativprozess, die Fähigkeit Geschichten zu erzählen und technische Grundkenntnisse. Dabei ist es nicht mehr, wie noch vor einigen Jahren, notwendig, viel Geld für komplizierte Technologien auszugeben. Ein Smartphone und etwas Software genügen häufig schon.

Welche Kursinhalte sind geplant?

  • Sie lernen die Grundlagen des Storytelling und entwickeln eine eigene Geschichte.
  • Sie tauchen tiefer in das visuelle Denken ein.
  • Sie erarbeiten sich die technischen Grundkenntnisse im Umgang mit dem Medium, sodass Sie später eigenständig Geschichten filmisch umsetzen können.
  • Sie durchlaufen den gesamten künstlerischen Prozess: von der Idee, über die Sammlung des Rohmaterials, den Schnitt bis hin zur Aufführung.
  • Sie agieren mit mehr Selbstvertrauen vor und hinter der Kamera und können dies auch anderen vermitteln.

Der dreitägige Kurs ist in 4 Themengebiete gegliedert:

Plot – Entwickeln Sie eine Story als Basis für Ihr Video. Während des Seminars werden Sie die grundlegenden Prinzipien von Video-Storytelling kennenlernen. Sie werden lernen, in Bildern, Situationen, Aktionen und Möglichkeiten zu denken. Sie erlangen Erfahrung in der Visualisierung einer Geschichte.

Footage – Sammeln Sie das Rohmaterial für Ihren Film, auch indem Sie selbst vor und hinter der Kamera stehen. Sie werden verschiedene Möglichkeiten kennenlernen, um Filmmaterial zusammenzutragen. Ihnen werden technische und ästhetische Details beigebracht, die großartige Filme liefern – sogar bei scheinbar langweiligen Themen. Sie werden gefordert, indem Sie selber vor der Kamera agieren müssen. Außerdem werden Sie lernen, wie man andere vor und hinter der Kamera führt und unterstützt.

Postproduction –Sie lernen, dass Filmen nicht nur das Halten der Kamera bedeutet, sondern vor allen Dingen Entscheidungen im Schneideraum erfordert. Sie lernen zu bestimmen, welche Szenen behalten und welche verworfen werden. Sie erfahren, wie es ist, Ihre Lieblinge zu zerschneiden, und im Schnitt den Erzählrhythmus zu finden, Spannungsbögen zu bauen, Erwartungen zu schüren und Wendungen vorzubereiten. Und Sie werden lernen, wie man im Finishing einfache Effekte und Sound hinzufügt.

Premiere – Sie präsentieren Ihr Werk den anderen Teilnehmern und bekommen wichtige Rückmeldung zu deren Sicht auf Ihre Arbeit. Durch das Feedback und die Kritik werden Sie inspiriert noch besser zu werden.

Der Kurs ist so aufgebaut, dass Sie ständig mit den grundlegenden Mustern des künstlerischen Schaffensprozesses in Berührung kommen: Wahrnehmung, Reflexion, Gestaltung und Reaktion des Rezipienten. Die Haltung, die Sie dabei entwickeln, unterstützt Sie auch in anderen Bereichen kreativer Arbeit.

Für wen ist der Kurs geeignet?

Die Kursinhalte sind für zahlreiche Branchen und Berufsgruppen relevant. Sowohl erfahrenen Kommunikationsspezialisten als auch Berufseinsteigern werden wertvolle Werkzeuge an die Hand gegeben. Auch wenn Sie bereits über Grundkenntnisse im Umgang mit dem Medium Film verfügen, können Sie wertvolle Erfahrungen sammeln und Ihre künstlerische Kompetenz weiter entwickeln. Der Kurs richtet sich insbesondere an:

  • Führungskräfte, die Videos als effektives internes Kommunikationsmedium nutzen wollen oder eine überzeugende Story für ihre Stakeholder entwickeln möchten.
  • Kommunikations-, Marketing-, und Ausbildungsspezialisten, die überlegen, wie Bewegtbild effektiv in deren Kommunikations-Mix integriert werden kann.
  • Forscher und Berater, die Videos in ihren Werkzeugkasten integrieren wollen, beispielsweise zur Darstellung von Analysergebnissen oder zur Unterstützung von Transformationsprozessen.
  • Journalisten und Medien-Experten, die Bewegtbildkompetenz entwickeln wollen.

Welche Voraussetzungen sind nötig und was muss ich mitbringen?

Grundsätzlich sind keine Vorkenntnisse nötig, der geübte Umgang mit dem eigenen Equipment unterstützt eine gute Lernerfahrung.

Bringen Sie bitte Ihre Spiegelreflexkamera mit Filmmodus oder Systemkamera wie Lumix GH2, Sony Nex, Olympus OEM, etc. Alternativ ist auch die Teilnahme mit einem Smartphone mit HD Video-Qualität möglich.

Laptop zum Schnitt wird empfohlen. Schnittarbeit wird an Adobe Premiere Pro CC oder Adobe Premiere Rush CC geschehen. Wichtig: Bitte laden Sie sich kurz vor dem Seminar die 7 Tage Testversion von Premiere auf Ihr Notebook (auf der Seite rechts oben befindet sich der Link).

Wer leitet das Workshop-Seminar?

Benjamin Quabeck ist Regisseur, Autor und Cutter und lebt mit seiner Familie in Berlin. 2001 verfilmte er seinen bei Goldmann verlegten Roman “Nichts Bereuen”. Der Film wurde unter anderem mit dem Nachwuchspreis der deutschen Filmkritik für Regie bedacht. In seinem ebenfalls preisgekrönten zweiten Spielfilm “Verschwende Deine Jugend” debütierte Christian Ulmen. Quabeck trat als Koproduzent von “Winterreise” von Hans Steinbichler und “Drachenmädchen” von Inigo Westmeier auf und inszenierte im Bereich Werbung Fernseh- und Kinospots, unter anderem für One.org mit Bono. Neben zahlreichen Hörspielproduktionen als Autor und Regisseur, wie zuletzt „Der nasse Fisch“- die Hörspielserie zu Babylon Berlin für die ARD, schneidet Benjamin Quabeck die Filme des Aktionskünstlers John Bock, setzt crossmediale Inhalte wie “Wishlist” um und entwickelt derzeit einen neuen Kinofilm mit der Rommel Film e.K nach einem Roman von Thomas Melle.

Alexander Loskant ist Filmproduzent und Professor für Medienwirtschaft an der RFH Köln. Daneben ist er seit August 2008 auch als Produzent für enigma film Köln tätig, u.a. bei internationalen Kinoproduktionen wie ‘Die schwarzen Brüder’ von Oscar-Gewinner Xavier Koller, ‘Puppe’ oder ‘Dawn’ mit Hollywood-Darsteller Jason Isaacs.

Termin: 8. – 10. Mai 2019

Veranstaltungsort: Berlin

Gruppengröße: Maximal 20 Teilnehmer

Kursgebühren (inklusive Verpflegung während des Seminars, exklusive Reise und Übernachtung):

Corporate Rate: 1.380 .-
Freelance Rate: 980 .-

Stipendien: Wir vergeben zwei Mitmachstipendien für Menschen in Ausbildung. Bitte kontaktieren Sie uns bei Interesse ebenfalls über den Anmeldelink.

Jest anmelden

Wenn Sie Fragen zum Seminar haben können Sie uns diese ebenfalls über den Anmeldelink stellen. 

Wir freuen uns auf Sie! 

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Bildquellen:
Thanks to: Krists Luhaers, Jakob Owens, Myke Simon, Fancycrave, Thomas Russell on Unsplash

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Die Abschaffung der Kreativität: Ein Essay über künstliche und künstlerische Intelligenz (4/5)Musik ohne Mensch: Virtuos ohne üben zu müssen?

Die Abschaffung der Kreativität: Ein Essay über künstliche und künstlerische Intelligenz (4/5)

Von Thomas Köplin und Dirk Dobiéy

Vierter Teil unserer fünfteiligen Reihe. Den ersten Teil lesen Sie hier, den zweiten Teil hier, und den dritten Teil hier.

Teil 4: Automatisierung, Routine und Spiel

Maschinen nehmen uns dank Automatisierung Arbeit ab. Sie übernehmen Aufgaben, die gefährlich sind, Aufgaben, die Präzision erfordern, oder Aufgaben, die uns langweilen. Die zunehmende Leistungsfähigkeit oder (wenn man so will) Intelligenz der Systeme macht es möglich, auch wissensintensive oder komplizierte Tätigkeiten zu automatisieren. Auch wenn sich unsere Wahrnehmung der damit verbundenen Vorteile schnell abnutzt und sicher jeder Mensch eine eigene Perspektive auf diese Vorteile entwickelt, es gibt sie zweifellos: Die Automatisierung von Routinetätigkeiten schafft uns neue Freiräume, die wir im besten Fall mit sinnvolleren Tätigkeiten ausfüllen können.

Die Automatisierung von Routinetätigkeiten schafft uns neue Freiräume.

Und natürlich nimmt uns Automatisierung auch etwas: An erster Stelle wird hier den meisten der Verlust von Arbeitsplätzen einfallen, gefolgt vielleicht von Fragen der Ethik und Sicherheit. Doch davon verdeckt, im öffentlichen Diskurs beinahe unbeachtet gibt es eine weitere Frage, die für unser Selbstverständnis und unsere Zukunft ganz zentral ist: Was macht es mit unserer Kreativität, wenn wir Maschinen unsere Routinen überlassen? Was wird irgendwann aus dem Üben, dem Wiederholen der immer gleichen Handlungen, die notwendig sind, um dadurch jene Reife zu erlangen, die es wiederum möglich macht, sich darüber zu erheben und über sich hinauszuwachsen? 

Ohne das Fundament der Routine ist Neues nicht vorstellbar. 

Auch der Kulturwissenschaftler Andreas Reckwitz sieht die Routine als eine wesentliche Zutat für das Entstehen von Kreativität. Innovation ohne Routine ist für ihn nicht denkbar. „Das Schreiben an einem Roman oder das Malen an einem Bild ist zu einem erheblichen Teil eine routinierte Technik, die auch bestimmte Kompetenzen erfordert, die in einem langen Prozess erst mal erworben und trainiert werden müssen. (…) Es geht dabei nicht um eine Routine, die auf einer geistlosen Wiederholung beruht, sondern auf komplexen Kompetenzen.“[1] Auch wenn er seine Beispiele in der Kunst sucht, es ist unerheblich, in welchem Bereich man sich bewegt. Ob nun Geiger, Sofwareentwickler oder Koch – ohne das Fundament der Routine ist Neues nicht vorstellbar. 

Routine ist eng verbunden mit unserem Hang zum Spielerischen, das unsere Beweglichkeit im Denken und Flexibilität im Handeln trainiert. Bernd Rosslenbroich, Leiter des Instituts für Evolutionsbiologie an der Privatuniversität Witten/Herdeckeist sich sicher, dass die großen evolutionären Veränderungen nicht als reine Anpassung an Umweltbedingungen erfolgten, sondern aus einem Wechselspiel und einem Austausch von Organismus und Umfeld heraus. Für ihn ist es konsequent und selbstverständlich, dass höher entwickelte Organismen anfangen zu spielen: „Eine Evolutionsforschung, die sich auf Anpassung konzentriert, kann diesen Sachverhalt evolutionsbiologisch nur schwer erklären, weil das Spielen keinen Anpassungswert hat. An dieser Stelle kann man das Spiel des Menschen betrachten und feststellen, dass der Mensch das Spielen exzessiv betreibt. Kinder spielen ausgesprochen umfangreich. Wird dieser Gedanke fortgeführt, kann man eine gewisse Kreativität erkennen. Es werden flexible Handlungen geübt und kein bestimmtes Verhalten, sondern eine Vielfalt von Verhaltensmöglichkeiten wird eingeübt. Es wird Flexibilität an sich gelernt und das ist Kreativität. Das charakterisiert den Menschen ganz besonders. Wir haben Freiheitsgrade, die wir durch das Spielen trainieren.”[2]

Flexibilität ist Kreativität.

Die vielen Spielarten des Spiels – Experimentieren, Entwerfen, Proben, Komponieren, Kombinieren, Improvisieren und einige mehr – die man im Künstlerischen, aber natürlich auch andernorts findet, geben einen Hinweis darauf, dass das Spiel für uns Menschen eine ernste Sache ist. Zu Recht: Wenn man Routine als eine Quelle unseres Könnens versteht, dann liegt im Spielerischen der Schlüssel zur Kreativität und in der Verbindung aus beidem die Chance, Innovationen hervorzubringen. Legen wir dagegen zu viele unserer Routinen in die Hände von Maschinen, verringert das ganz automatisch unsere Anreize, uns spielerisch weiterzuentwickeln. Damit aber entziehen wir einer immer wieder von vielen Seiten geforderten Gestaltungskompetenz und Innovationsfähigkeit den Boden. 

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Hier geht es zum letzten Teil > Ratio und Resilienz

Im fünften Teil unserer Serie denken wir darüber nach, wie digitale Intelligenz, durch eine Überbetonung rationaler Entscheidungsfindung, unsere Intuition abwerten und unsere Widerstandsfähigkeit reduzieren könnte. 

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Dieses Essay basiert auf unseren Nachforschungen der letzten vier Jahre. Was unsere Erkenntnisse lebensnah und anwendbar macht, ist, dass wir bis heute weit über 100 Gespräche mit Künstlern aller Genres, aber auch mit Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen und mit zahlreichen Wirtschaftsvertretern geführt haben. Ausführlich berichten wir darüber in unserem Buch „Creative Company“ (https://creativecompany.ageofartists.de)

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[1] Age of Artists. Interview mit Andreas Reckwitz. 11.06.2015. 

[2] Age of Artists. Interview mit Bernd Rosslenbroich. 14.10.2015.

Bildquelle: Franck V on Unsplash

 

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Die Muster des Künstlerischen: Age of Artists auf dem HR-Radar 2019 der Zeitschrift Personalwirtschaft

Die Muster des Künstlerischen: Age of Artists auf dem HR-Radar 2019 der Zeitschrift Personalwirtschaft

“Haben Sie auch Fomo?”, fragt die Zeitschrift Personalwirtschaft in ihrer neusten Ausgabe. „Fear of missing out“ beschreibt die Angst, etwas zu verpassen. Damit ihre Leser gänzlich angstfrei ins neue Jahr starten können, hat die Redaktion der bekannten Fachzeitschrift ihre Fühler ausgestreckt und geschaut, wen und was man 2019 im Auge behalten sollte. Schön, dass sie uns gefunden und gleich als Impuls fürs neue Jahr in ihre Startausgabe aufgenommen haben. “Dirk Dobiéy, Thomas Köplin und ihr Netzwerk Age of Artists wollen Unternehmen einen künstlerischen Zugang zu Kreativität und Innovation vermitteln. Das ist ein hehres Anliegen, doch mit ihrem gerade veröffentlichten Buch treffen sie den richtigen Ton”, schreibt Chefredakteur Cliff Lehnen über Creative Company.

Zum vollständigen Beitrag

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