Auszug aus dem Buch Knowledge Management Matters”, Kapitel Innovation von Age of Artists Mitglied Stephanie Barnes. Aus dem englischen Original von Katja Stenzel.

Eine kreative Denkweise beinhaltet Dinge, die wir von Menschen wie da Vinci oder Van Gogh lernen können, genauso wie durch die Praxis unzähliger anderer Künstler. All diese Aspekte wurden durch Age of Artists, einem Beratungsunternehmen, Bildungsträger und Forschungsinstitut mit Sitz in Deutschland, zusammengetragen und in ein Gesamtbild überführt.

Dieses Rahmenwerk, das an anderer Stelle in diesem Abschnitt abgebildet ist, funktioniert von außen zur Mitte hin und verwendet künstlerische Praktiken und Haltungen, um herkömmliche Handlungsmuster durch künstlerischen Herangehensweisen zu ersetzen. Im Modell erscheint die unternehmerische Situation auf der linken Seite, während die künstlerischen Praktiken und Haltungen auf der rechten Seite stehen. Veränderungsunterstützende Aktivitäten wie Führung, Beratung, Ausbildung und Zusammenarbeit verbinden die beiden Seiten und erlauben mit künstlerischen Herangehensweisen auf die Herausforderungen zu reagieren.

Der Umgang mit einer Marktveränderung oder einer anderen Situation die komplex ist, sich schnell verändert, ungewiss oder volatil ist, werden alle berücksichtigt. Die traditionelle Reaktion in diesen Situationen könnte sein, im Falle von Komplexität zu versuchen, Dinge zu vereinfachen; sie im Falle von Dynamik zu verlangsamen; sie kontrollieren zu wollen, wenn sie ungewiss sind; oder im Falle von Volatilität ausnahmsweise mit der Krise umzugehen. Indem wir jedoch künstlerische Praktiken und Haltungen in einem transformativen Ansatz verwenden, können wir unsere Unternehmen zu einer alternativen Reaktion bewegen, die ein möglicherweise ausgewogeneres und wirksameres Ergebnis ermöglicht. Wir begegnen den Herausforderungen mit Vielfalt anstelle von Einfachheit; Sinnhaftigkeit statt Entschleunigung; Autonomie anstatt Kontrolle; und Beweglichkeit anstatt Resistenz.

Age of Artists Framework. Version 2017

Bei der Annäherung an eine kreative Denkweise und der Anwendung künstlerischer Praktiken auf eine unternehmerische Situation beginnen wir mit einem Impuls, einer Idee, der Identifizierung des Geschäftsproblems oder der Vorahnung einer Möglichkeit, und dann entscheiden wir situativ, mit welchem Ansatz wir beginnen wollen: Wahrnehmen, reflektieren, spielerisch gestalten oder aufführen. Wir können mit jeder der Aktivitäten beginnen und uns durch die anderen bewegen, als Teil des Vorgangs, bei der Reaktion auf das was uns begegnet um beispielsweise bei der Lösung des Problems anzukommen.

Wenn es darum geht, zu einer Lösung kommen, ist besonders hilfreich, wenn wir künstlerische Haltungen wie die Neugier (Annahmen in Frage zu stellen, immer wieder nach dem Warum fragen), unsere Leidenschaft für das, woran wir arbeiten, Vertrauen darauf, dass es eine Lösung gibt, und eine ausreichende Widerstandsfähigkeit um wieder auf die Beine zu kommen, wenn wir Fehler oder Rückschläge erfahren, annehmen. Es ist die sich durch diese Aktivitäten entwickelnde Beharrlichkeit, die der Schlüssel zum Erfolg ist.

In dieser Veränderungsphase können Wissensmanagement-Aktivitäten wie Peer Assists oder Communities of Practice, um zwei zu nennen, helfen. Auch das kritische Denken, das dem Wissensmanagement zugrunde liegt, ist hier wichtig. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit, Fragen zu stellen, Annahmen in Frage zu stellen und die Dinge anders zu betrachten, ist einer der Gründe, warum es wirklich hilfreich sein kann, Menschen von außerhalb einzubeziehen. Und es ist einer der Gründe, warum Artist in Residence Programme erfolgreich waren. Künstler betrachten die Dinge anders, sie haben andere Hintergründe und andere Erwartungen als die meisten Menschen, die typischerweise in unseren Unternehmen eingestellt werden. Xerox hat sechs Jahre lang ein Artist in Residence Programm durchgeführt (fünf Jahre länger als geplant), aufgrund des Erfolges der Zusammenarbeit von Künstlern und Wissenschaftlern in ihren Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und der aus dieser Zusammenarbeit resultierenden Innovationen.  

Age of Artists arbeitet mit Organisationen zusammen, um Lösungen zu ermöglichen, die mit dem bestehenden Denken nicht erreichbar sind. Zum Beispiel wollte ein Leiter eines Beschaffungswesens, mit der sie arbeiteten, die Ursachen für fehlende Effizienz und die Chancen durch die Verbesserung der Prozesse verstehen, um harmonische Arbeitsabläufe für die Mitarbeiter im Beschaffungswesen zu erreichen. Age of Artists nutzten ihr Framework um vor Ort ethnographische Feldforschung zu betreiben. Die Recherche ergab fünf Schlüsselprobleme welche die Produktivität und die Zufriedenheit der Mitarbeiter, sowohl innerhalb des Beschaffungsteams als auch an anderen Stellen im Unternehmen, beeinträchtigten. Anschließend arbeitete Age of Artists eng mit dem Führungsteam zusammen, um Bewusstsein für die täglichen Herausforderungen zu schaffen, die den Geschäftsfortschritt behinderten, und dies wiederum führte zu 35 umsetzbaren Empfehlungen für das Unternehmen.

Ein anderes Beispiel für ein abgeschlossenes Projekt, bei dem die besonderen Fähigkeiten von Künstlern auf eine unternehmerische Herausforderung angewendet wurden, ist der Fall einer Abteilung, die für interne Abläufe  und damit verbundene Software-Anwendungen zuständig ist. Das Unternehmen hatte bereits ein Team von Designern, war jedoch durch die geringe Aufnahmebereitschaft für Nutzerzentrierung und gestalterische Ideen stark gefordert. Es war schwierig für die internen Gestalter die Entscheider und Stakeholder dazu zu bringen, die zentrale Bedeutung guter Nutzererfahrungen zu verstehen und zu unterstützen. Es wurde eine ethnographische Pilotstudie durchgeführt, die signifikante, versteckte Probleme aufdeckte, die durch das traditionelle Anforderungsmanagement nicht erfasst wurden. Die Ergebnisse führten dazu, dass die Erforschung der Nutzerbedürfnisse als Kompetenzfeld in den verschiedenen Abteilungen des Unternehmens eingeführt wurde. Anhand von Beispielen und schnellen Ergebnissen konnten alle Mitglieder des Unternehmens den Wert der Berücksichtigung der Nutzerbedürfnisse und die positiven Auswirkungen auf die Bewältigung komplexer Aufgaben erkennen. Das Team entwickelte und führte einen integrativen Ansatz ein, bei dem unterschiedliche Kompetenzen aus den Bereichen Wirtschaft, Technologie, Design und Forschung zusammengeführt wurden, um letztendlich erfolgreicher zusammenzuarbeiten.

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